Unsere Kreta Rundreise 2019

Zu einem Urlaub gehört es Hotspots zu finden und dahin Ausflüge zu planen. Als Kreta-Spezialisten ist das für uns kein Problem mehr. Wir kennen uns auf der Insel aus, sodass wir euch Empfehlungen zu jeder Ecke geben können. Was sich auf solch einer vielfältigen Insel, wie Kreta jedoch besonders eignet, ist eine Rundreise.

Doch wie sieht so eine Rundreise auf Kreta bei uns aus? Welche Route haben wir in unserem Urlaub eingeschlagen? Welche Sehenswürdigkeiten und Strände haben wir besucht, welche davon sind unsere Favoriten? Alle Antworten auf diese Fragen folgen in diesem Beitrag.

Bevor ich jetzt beginne über unsere Rundreise auf Kreta zu berichten, möchte ich euch darauf hinweisen, dass wir von Ende Mai bis Mitte Juni 2019 auf der Insel waren.

Unsere Rundreise beginnt und endet in Chania. Der Grund dafür ist ganz simpel: Wir wollten unseren Mietwagen dort abholen und auch abgeben. So gelassen wir jedes Mal auf unserer Reise sind, passieren auch Dinge, die wir nicht ahnen können! Die erste Unannehmlichkeit unserer Rundreise hat uns schon in der ersten Nacht auf Kreta erwartet!

Tag 1 – Kreta Rundreise 2019

Gegen 21:30 landen wir in Chania und werden mit einem Flughafenbus zum Hauptgebäude des Chania- Flughafen transportiert. Wir haben schon ein leichtes Kribbeln im Bauch, endlich wieder auf Kreta zu sein. Aber vielleicht ist es ja auch nur der Hunger :). Wir sind den recht kleinen und überschaubaren Flughafen in wenigen Minuten durchgelaufen. Das Warten am Gepäckband haben wir uns dank unseres Handgepäcks sparen können. Mit großen Schritten und Herzrasen, ein weiteres Mal auf Kreta zu sein, haben wir uns zum Ausgang begeben.

Tipp: Reise, wenn möglich, immer nur mit Handgepäck. Erstens kommst du bei einer Rundreise auf Kreta schneller von A nach B und zweitens vergeudest du keine Zeit bei der Gepäckausgabe.

Georg, unser Partner vom Mietwagenverleih, hat uns schon direkt am Ausgang erwartet und uns freundlichst, wie es in Kreta üblich ist, begrüßt. Wie der Prozess bei der Mietwagenübernahme abläuft, könnt ihr in diesem Beitrag lesen.

Altstadt – Parken und Essen, aber kein Schlaf

Unsere erste Unterkunft lag außerhalb von Chania, in einem Dorf in der Nähe Kissamos. Wir kannten nur den halben Weg und wollten eine Odyssee mitten in der Nacht meiden. Letzendes soll es ja ein stressfreier Urlaub werden. Hätten wir nur gewusst, was für eine schreckliche Nacht es wird, hätten wir die Fahrt nach Rokka in Kauf genommen.

Wir hatten für die erste Nacht eine kleine Pension in der Altstadt gebucht, sodass wir es vom Flughafen nicht weit hatten. In knapp 25 Minuten waren wir am kostenfreien Parkplatz in der Nähe der Altstadt angekommen. Schnell noch das Gepäck mitgenommen, ging es für uns in die bunte Altstadt. Ende Mai waren die Gassen noch ziemlich leer. Schon eine Woche später waren um 23 Uhr deutlich mehr Menschen zu sichten.

Wir hatten einen riesigen Hunger. Schnellst möglich wollten wir eine Kleinigkeit zu uns nehmen und schlafen. Wir wussten genau, wo wir um diese Uhrzeit in der Stadt etwas finden würden. Die Altstadt umrundet, kamen wir auf die Hauptstraße in Chania, in welcher es nur von Imbissläden wimmelt.

Tipp: Verzichte spät abends auf Gyros, denn der dreht sich schon seit 12 Uhr und ist nicht mehr frisch. Empfehlen kann ich Crepe (mit süßem oder salzigem Belag) oder Pizza, die gibt es auch stückweise zu kaufen.

Zurück in unserem Hotel haben wir uns zwar schlafen gelegt, doch ohne Erfolg. Unter unserem Hotel hatten sich Jugendliche versammelt. Lautes Gelächter und Schreie trotz Mahnung, was kann man noch sagen. Kraft die Polizei anzurufen hatten wir nicht und irgendwann waren sie dann auch weg und wir haben für knappe zwei Stunden die Augen zubekommen. Denn leider konnten wir auch morgens nicht lange schlafen. Gegenüber von unserer Unterkunft gab es Sanierungsarbeiten! Ein schrecklicher Start in den Urlaub, aber umso mehr haben wir uns auf unsere Unterkunft zwischen den Olivenhainen gefreut.

Tag 2 – Kreta Rundreise 2019

Erst an diesem Morgen startete unser eigentlicher Kreta Roadtrip für 2019. Wir checken als Zombies aus und sind blitzschnell in unserem Mietwagen. Nach dem Frühstück in einem kleinen Cafe auf dem Weg zu den Luxurious Stone Apartments verwandeln wir uns zurück in Menschen. Unsere Leidenschaft zum Essen können wir nicht einmal hier zurückhalten. Zurück zum Thema: Wir konnten es kaum erwarten endlich etwas zur Ruhe zu kommen.

Wer über Chania nach Elafonisi gefahren ist, weiß welchen Weg wir genommen haben und hat ihn jetzt schon vor den Augen. Wir biegen von der Hauptstraße in Richtung Osten ein und sind in 10 Minuten am Ziel.

In der Dorfmitte erwartet uns Nikos, unser Gastgeber, auf seinem Motorrad. Wir sollen ihm folgen. Es führt ein steiler Weg zur Unterkunft, welcher uns ins Schwitzen bringt. An den Parkplätzen angekommen, vergessen wir aber alles. Es ist einfach nur ein Traum! Wir wurden übertroffen. Schon am Eingang in die Unterkunft wurden wir von den unseren Nachbarn empfangen. An dieser Stelle auch liebe Grüße an Jürgen und seine Lebenspartnerin. 🙂 Eine herzliche Begrüßung mit einer Umarmung fand auch innerhalb des Apartments mit Marianna, unserer Gastgeberin statt. Wir haben uns zwar das erste Mal gesehen, aber sie ist eine hinreisende Kretanerin und Mutter von 3 Töchtern. Was sie uns noch während unseres Aufenthalts geschenkt hat, könnt ihr hier lesen.

Rundreise 2019 auf Kreta kann jetzt offiziell beginnen!

Schnell noch das Gepäck in die Unterkunft gestellt und unsere Rundreise auf Kreta kann weitergehen. Von unserer Unterkunft geht es nun in den Westen Kretas. Erst sind wir zum berühmten Urlaubsort Kissamos gefahren und haben inmitten des Orts an einem Strand gehalten. Es war alles andere als schön! Links und rechts laute Menschen, überall Müll und Abfälle vom letzten Strandbesuch. So toll der Tourismus für Kreta auch sein mag, seine negativen Seiten vergessen wir oft. Deshalb sind wir der Meinung, dass es direkt an den Traumständen Kretas keine Hotels geben sollte. Nach diesem Anblick haben wir uns zum Hafen von Kissamos begeben, um uns die Uhrzeiten und Preise der Fähre nach Balos zu checken. 27 Euro für Erwachsene, morgens um 10:30 Uhr die erste Fähre. OK, das kann wirklich voll werden. Wir überlegen es uns nochmal!

Falassarna in Sicht!

Uns treibt es weiter und wir sehen schon die ersten Straßenschilder für unser Endziel: Falassarna. Eins der wundervollsten Stände und für uns wirklich der beste Strand überhaupt auf Kreta. Der lange Sandstrand mit Beach Bars und Cafes hat immer Platz für genug Menschen: Er hat eine Länge von einem Kilometer, wodurch es nie zu voll aussehen wird. Bei der Abfahrt halten wir in einer verlassenen Taverne und genießen die Aussicht auf die Plantagen und das Meer. Einfach herrlich!

Anschließend fahren wir mit unserem Mietwagen bis zum westlichsten Punkt von Falassarna und parken dort. Denn unser Plan war eine Strandwanderung. Ich spreche absichtlich im Präteritum, da der Hunger uns zuvorkam. Wir bestellen schnell in einer Beach Bar ein Club Sandwich mit Pommes und zwei eiskalte Getränke und setzen uns in den warmen Sand. Die Wellen spielen uns ihr schönstes Lied. Kraft getankt kann die Wanderung nun beginnen. Wir sehen Felsen mit Höhleneingängen. Vor einigen stehen sogar Stühle, eine Barbecue und einige tütenähnliche Säcke. Weil wir aber niemandem in sein Haus platzen möchten, halten wir uns fern und wandern mit unseren Flipflops weiter. Wir treffen auf den felsigen Bereich von Falassarna, welcher ebenfalls bewundernswert ist. Man kann dort zwar nicht schwimmen, aber die kleinen Unterwasserlebewesen von oben zu beobachten, ist auch mal eine Abwechslung.

Ein Bier zum schönsten Sonnenuntergang, παρακαλώ!

Zu guter Letzt geht es für uns in die letzte Beach Bar am östlichsten Punkt von Falassarna. Erschöpft von der Wanderung im Sand legen wir uns auf unsere Liegen und bestellen zwei kühle Bierchen. In einer halben Stunde geht es mit dem Sonnenuntergang los und das sollte man bei einem Rundreise auf Kreta insbesondere bei einem Besuch in Falassarna auf keinen Fall missen. Während unserer Wandung sind wir mehrere Familien begegnet, welche sich mit ihren Kindern im Wasser ausgetobt haben. Ein Plantschbecken für Kinder ist die optimale Beschreibung für Falassarna. Die Wanderung könnt ihr euch in unserem Instagram-Highlights anschauen. Und unserem Blog findet ihr eine nähere Beschreibungen zu diesem herrlichen Strand. Kurz bevor die Dämmerung eintrifft, treten wir auch schon der Rückweg zu unserer Unterkunft an.

Tag 3 – Rundreise auf Kreta 2019

Der neuer Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück auf unserem Balkon mit Blick zu den Olivenhainen Kretas. Wie man sich nicht satt sehen, hören und riechen kann. Noch dazu fühlt man schon langsam die Hitze kommen. Und mit dem Feta zum Frühstück schmeckt man ja Kreta auch. Wir sind mit all unseren Sinnen auf Kreta, wir genießen es nur. Zusammen mit meinem Mann erinnern wir uns an unsere Kindheit, welche bei beiden verstreut über Kreta und Griechenland stattgefunden ist. Da kann die Zeit schnell vergessen sein. Wie es bei uns geschehen ist. Und eigentlich wollten wir pünktlich aufbrechen, weil wir doch noch etwas Fahrt vor uns hatten. Naja, wir sind ja im Urlaub und die griechische Mentalität, welche wir hier schnell adaptieren, ist ja nicht berühmt für seine Pünktlichkeit.

Griechische Gastfreundschaft

Wir brechen gegen 11 Uhr auf und fahren absichtlich eine Offroad Strecke in Richtung Südwesten. Die Straße besteht zwar nicht aus Schutt, aber sie ist auch nicht die bestbetonierte Straße auf Kreta. Dennoch gehört auch dies zu einer Rundreise auf Kreta. Kurven und Hügel, Obstbäume und riesige Olivenhaine, ein paar Dörfer und wir kommen auf die Hauptstraße, die in den Südwesten führt. Die Pflasterung verbessert sich auf einen Ruck. Nach einer halben Stunde halten wir schon bei unserem ersten Stop: der Aussichtspunkt zur Topolia Schlucht.

Wir werden von einem älteren Verkäufer auf Englisch angesprochen und als wir auf Griechisch antworten, entsteht eine tolle Unterhaltung bei der wir uns bis zu unserem Stammbaum kennenlernen. Das gehört sich in der griechischen Mentalität so, jeder ist der Bekannte oder Verwandte von jemandem und an diesem oder jenem Ort hat man auch schon mal gesessen. Wir wurden mit selbst hergestelltem Liqueur beschenkt und kaufen als Unterstützung Kleinigkeiten bei ihm. Mit dem Versprechen ihn nächstes Jahr wieder zu besuchen, verabschieden uns. Wer hätte gedacht, dass dieser Corona Virus uns ins Bangen bringt. Wir vergaßen, wieso wir überhaupt angehalten sind und setzten uns hastig wieder ins Auto.

Die Hauptstraße füllt sich immer mehr, denn es war schon fast kurz vor zwölf. Und den Hotspot, unsere Endstation, wollten sicherlich mehr als 100 Menschen sehen. Wir fahren weiter… Durch die tollen Dörfer, an welchen es immer irgendein Highlight gibt. In einem Dorf werden selbst gehäkelte Puppen am Straßenrand verkauft, in dem anderen hat ein berühmter Holzschnitzer seine Galerie. Links und rechts kleine Tavernen mit spitzen Aussichten. Kreta ist einfach so vielfältig! Kurvige Straßen, Dörfer, Südwesten und Hotspot sollten als Stichwörter reichen, um unsere Destination für den 3. Tag unserer Rundreise auf Kreta zu erahnen! Ja, eure Behauptungen liegen richtig! Wir fahren zum Elafonisi Strand!

Stomio Beach – eine unentdeckte Schönheit für ein Leinwandbild

Das Gebirge überwunden, führt die Hauptstraße den Hang hinunter. Wer hier zu schnell fährt, wird den nächsten Punkt, an dem wir gestoppt haben übersehen. Auf einem Straßenschild steht Stomio Beach und wir folgen dem Weg. Eine unentdeckte Sehenswürdigkeit zu besichtigen, gefällt uns 1000 Mal mehr als an einem Hotspot von morgens bis abends zu sitzen. Logisch, denn deswegen haben wir uns ja auch 2019 für eine Rundreise auf Kreta entschieden.

Der Strand von Stomio ist bedeckt mit Kieselsteinen. Das Wasser ist tief, aber dafür auch das Blau unbeschreiblich schön. Wenn auch nicht zum Baden, sollte man hier halten und sich die alten Ruinen und die Kapelle anschauen. Ich habe viel recherchiert über die Geschichte dieser Ruinen auch nur eine Kleinigkeit herauszufinden, doch ohne Erfolg! Deshalb bitte ich euch, wenn ihr etwas dazu wisst, bitte schreibt mit eine Nachricht!!

Nachdem wir uns die Ruinen erforscht haben, wollten wir uns noch mehr von der Hauptstraße distanzieren. Der Weg brachte uns zu einer verlassenen Fabrik, die schon ziemlich unheimlich wirkt. Wir drehen um und fuhren wieder in Richtung Hauptstraße.

Elafonisi: die pinke Perle von Kreta

Oh, die Touristenbusse sind schon in Sicht. Überfüllte Tavernen. Die Endstation für unsere Rundreise am dritten Tag auf Kreta ist in Sicht. Oh je, es ist schon 14 Uhr. Ohne Hoffnung uns in Elafonisi ausruhen zu können, steuern wir auch die kostenfreienParkplätze zu.

Es ist wie immer in Griechenland, jeder parkt, wo er nur kann. Apropos ist das in Elafonisi nicht so schlimm, aber stellt euch mal die Situation in Chania oder in einer anderen griechischen Stadt vor. Da läuft das Ganze nicht anders ab.

Nichts desto trotz, finden auch wir eine Lücke. (Obwohl ich hier schon sagen muss, dass mein Mann ein sehr ordentlicher Mensch ist, was das Parken betrifft.) Manchmal zweifele ich wirklich an seinen griechisch-türkischen Wurzeln.

Wir nehmen unsere Strandtasche und unseren Fotoapparat mit. Nach zig Besuchen aus Kreta, ist es nicht das erste Mal an diesem Strand. Doch wir haben wirklich vergessen, dass wir es schon mittags haben und alles überfüllt sein wird. Wir gehen durch den kleinen Souvenir Boutique und staunen über eine lange Warteschlange. Uns schießt nur eine Frage durch Kopf: “Sind die Liegen plötzlich begehrter als das letzte Mal hier?” Nein! Es ist die Toilette! Für 0,50 €. Und bei den Dixi-Klos für 2€ sind auch nicht weniger Menschen! Irritiert laufen wir weiter und steuern auf die Liegenstände hinter den Schirmen zu. Ein großes Schild davor: 2 Liegen und ein Schirm 9 €. Wer Komfort haben möchte, muss zahlen. Wir laufen an den Liegen vorbei, in Richtung Dünen. Ein kleiner Pfad bringt uns auf die andere Seite des Strands. Ein Paradies!

Auf dieser Seite gibt es weder Liegen noch Sonnenschutz, aber dafür ist es deutlich ruhiger. Genug Privatsphäre für jeden Menschen und noch dazu sieht man den pinken Sand hier deutlicher. Türkisblaues Wasser trifft auf einen feinen Sandstrand und kleinen pinken Muscheln. Das ist Karibik in Europa. Wir ziehen unsere Handtücher aus der Tasche und legen uns in den warmen Sand. Das befreiende Gefühl, welches ich in diesem Moment hatte, fehlt mir momentan in Coronazeiten sehr.

Wir sonnen uns und baden im angenehm kühlen Wasser. Leider hatten wir dieses Jahr keinen Sonnenschirm dabei, weshalb wir uns einen leichten Sonnenbrand geholt hatten. Euch empfehle ich reichlich Sonnenschutz und einen Kühlbeutel für kalte Getränke. Gerne auch einen kleinen Snack für das Blutzucker. Innerhalb von zwei Stunden treten wir auch schon unseren Rückweg an.

Der schönste Sonnenuntergang nach Santorini

3 Mal dürft ihr raten, wieso wir nicht auf den Sonnenuntergang gewartet haben. Wir wurden vom Hunger überrumpelt. Das heißt: Wir müssen so schnell wie möglich eine Taverne aufsuchen. Da auf dem Rückweg alle ziemlich überfüllt waren und wir uns nach einem menschenvollen Strand etwas nach Ruhe sehnen, beschließen wir eine Taverne im Nachbarsdorf von Rokka zu besuchen.

Dort sind wir die einzigsten Gäste. Als uns diesmal die Müdigkeit schon vor Sonnenuntergang überrumpelt, bleiben wir nicht lange sitzen und fahren sofort nach dem Essen los. Eigentlich liebe ich es, im Gegensatz zu meinem Mann stundenlang am Esstisch zu sitzen und über den Tag zu reflektieren, aber an diesem Tag nicht. Und heute bin ich dankbar darüber. Wir haben nämlich den weltschönsten Sonnenuntergang nach Santorini erleben dürfen und das an einem Hang in Richtung unsere Unterkunft. Unser treuer Wegbegleiter während unserer Rundreise auf Kreta – unser Fiat Panda – darf auch ein Bild haben.

Schenkt eurem Mietwagen während des Urlaubs einen schnuckeligen Namen! Ihr werdet sehen, nach dem Urlaub erinnert man sich noch daran und lacht über die tollen Momente im Urlaub.

Tag 4 – Rundreise 2019 auf Kreta

Unser 4. Tag auf Kreta und 3. Tag in Rokka und wir haben uns vor lauter Entdeckungstouren auf Kreta nicht einmal das Dorf anschauen können. An sich ist das Dorf ziemlich übersichtlich. Es gibt 5 – 6 Familienhäuser, in welchen große Familien hausen, 2 Unterkünfte für Touristen, 1 Tischler (unser Gastgeber) und viele Ziegen, Katzen und Hunde, die über die Einheimischen wachen. Doch Rokka besteht nicht nur aus dem Teil, den wir sehen können. Sie hat eine eigene Schlucht und alte Ruinen, welche das antike Dorf Rokka bilden. Gleich nach unserem Frühstück wandern wir auf den Berg über unserer Unterkunft. Wir haben zwar nicht vor den Gipfel zu erreichen, aber wir wollen so hoch, dass wir auch die Schlucht von Rokka sieht.

Das antike Rokka

Ruinen von Kalksteinhäusern und sogar Ausgrabungen sind heute noch in diesem kleinen Dorf auffindbar. Es wird vermutet, dass es ganz oben auf dem Troulli Berg damals eine Festung gab. Außerdem kann man auch alte Gräber, handgeschnitzte Treppen und eine Kanalisation für Regenwasser sehen. Zeitlich werden die Ausgrabungen unter das 4. Jahrhundert vor Christus eingeordnet. Mehr dazu findest du hier.

Die Rokka Schlucht – Konkurrenz zu Samaria

Wir schauen von über 200 Metern Höhe hinab in die Schlucht und echt unheimlich, wo damals die Menschen ihre Häuser hatten. Um die Schlucht zu wandern, beginnt man am besten in der Nähe von Deliana oder von Astrikos und endet im Dorf Rokka. Rentiert sich sehr gut, da man sich sofort danach auch die Ausgrabungen anschauen kann. Die Schlucht erstreckt sich über 2 Kilometer und konkurriert mit ihrer Schönheit zu Samaria. Die engste Stelle innerhalb der Schlucht beträgt ca. 5 Meter. Die Wanderroute wird als einfach eingestuft und ist innerhalb von 2 Stunden machbar. Empfohlen wird das Wandern in der Frühlingszeit, wo es in der Schlucht einen geringen Wasserstand gibt. Gewiss sollte man sich auch Ersatzkleidung mitnehmen, denn an einigen Stellen der Schlucht muss man den Flusswasser überqueren.

Die Rundreise auf Kreta geht weiter…

Nachdem wir das antike Rokka bestaunt haben, verabschieden wir uns von unseren Gastgebern. Es geht zur nächsten Unterkunft, der Villa Olga in Agios Nikolaos. Wir fahren über 238 Kilometer am Stück und hören dabei griechisches Radio. Mal ist das Wetter bewölkt und es rieselt es, mal scheint die Sonne. Und nach endlich 3,5 Stunden sind wir an unserem Ziel. Uns erwartet diesmal eine moderne Unterkunft mit Ausblick auf das Meer. Wir betreten die Unterkunft und sind schon allein vom Garten fasziniert. Eine wunderbare Anlage! Mehr zur Unterkunft findest du hier.

Wir richten uns in unserem Zimmer ein und bemerken auch langsam, dass es Zeit für eine Mahlzeit wird. Während unserer Fahrt haben wir zwar genascht, aber das ersetzt bei uns keine Mahlzeit. Ab nach Agios Nikolaos, meine lang ersehnte Lieblingsortschaft. Nein, wir setzen uns nicht in die berühmte Taverne oberhalb des Sees, sondern gehen in die Souvlakibude. 2 Pitas to go bestellt, genießen wir auf zwei verlassenen Stühlen auf der Bühne beim See die wundervolle Aussicht. Der Geschmack vom Souvlaki und Tzatziki in der Pita, da fließt mir schon das Wasser aus dem Mund. Die lange Fahrt hat uns zum Schaffen gemacht. Zudem müssen wir nach so vielen Tagen Pause auch mal arbeiten. Wir verkriechen uns in unserer Unterkunft. Doch ohne Erfolg: Wir haben unser Laptop nicht einschalten können, wir sind nämlich eingeschlafen.

Tag 5 – Rundreise 2019 auf Kreta

Gegen 6 Uhr bin ich aufgewacht und habe mich gewundert, wo ich bin. Manchmal komme ich mit mir selbst nicht mit. Plötzlich fallen mir die unbeantworteten Mails ein. Ich setzte mich mit einer Strickjacke auf unseren Balkon und arbeite mit Aussicht aufs mehr meine To Do’s ab. Der Langschläfer bei uns bin eindeutlich nicht ich. Gegen 10 Uhr wacht meine bessere Hälfte auf und wir frühstücken gemeinsam.

Im vollem Gange geht unsere Rundreise auf Kreta im vollem Gange weiter. Wir packen das Nötigste, wie kaltes Wasser bzw. Eiswasser und Snacks ein.

Tipp: An heißen Tagen sollte man auf Kreta neben kaltem Wasser auch Eiswasser einpacken. Nach ein paar Stunden fängt das Eis an zu schmelzen. Bevor das kalte Wasser schon warm oder alle ist, kann man es sich mit dem Eiswasser mischen und sich wieder erfrischen.

Πάμε! Es geht in Richtung Elounda, welches gerade nur 5 Minuten von unserer Unterkunft entfernt liegt. Wie ja bereits viele über mich wissen, habe ich schon in meiner Kindheit in dieser Region Urlaub gemacht. Das Gefühl endlich zu Hause angekommen zu sein ist unbeschreiblich. Jetzt fragen sich wahrscheinlich alle, wieso wir nicht das Ferienhäuschen von damals gemietet haben. Leider wurde das Haus schon vor fünf Jahren weiterverkauft und die neuen Eigentümer wohnen jetzt selbst drin – es wird auch nicht mehr vermietet. Ich finde ich es wirklich sehr schade, das Haus meiner Erinnerung nicht mehr betreten zu können und ich bin so traurig, dass ich über dieses Thema nie sprechen möchte. Seit dem letzten Urlaub auf Kreta versuche ich es einigermaßen positiv zu sehen. Vielleicht wohnen da ja wieder Kinder drin und werden in diesem Grundstück genauso schöne Erinnerungen wie wir sammeln. 🙂

Geheimtipp bei Elounda: der Strand Kolokytha

Nun geht’s weiter mit unserer Rundreise auf Kreta. Durch Elounda fahren wir zur Halbinsel Kalydon. Davor schauen sollte man sich noch die versunkene Stadtmauer von Olous anschauen. Wir fahren über die alte Steinbrücke zu den Poros Windmühlen und parken dort in der Nähe von der Kirche. Gleich daneben kann man ein Mosaik der altchristliche Basilika von Olous besichtigen. Zusammen mit unseren Rucksäcken laufen wir dann weiter zur Agios Loukas Kirche. Bis dahin kommt man zwar auch mit dem Wagen, da es aber eine schmale Offroad-Strecke ist, empfehlen wir es nicht. Außerdem muss man bei Gegenverkehr doll abweichen, wofür so gut wie kein Platz da ist. Also vorsicht, Gefahr!

Während wir weiterwandern, sehen wir immer mehr Ruinen von Häusern. Es handelt sich hierbei, um die Häuser der Einheimischen von der Stadt Olous, welche in ihrer Blütezeit bis zu 40.000 Bewohner hatte. Echt faszinierend! Wir gelangen zur Agios Loukas Kirche, um welcher es sehr viele Menschen angesammelt haben. Erst im Nachhinein bemerken wir, dass es Sonntag ist und es einen Gottesdienst gab. Abgeschreckt von der Menge wandern wir weiter mit der Hoffnung beim Rückweg weniger Menschen aufzufinden.

Nach ca. 200 Metern gelangen wir auch zum Strand Kolokytha. Wir sind baff! Das Wasser ist nicht blau, es ist nicht türkis, es ist ein super helles Blau. Es gibt hier 2 kleine Strände, auf denen max. 10 Personen Platz haben können. Man kann schwimmen. Im Nachhinein hat uns unsere Gastgeberin Olga erzählt, dass dort die täglichen Schiffstouren der Region ankern und für ihre Gäste essen zubereiten. Anscheinend sollen sich dann hier mehrere 100 Menschen ansammeln. Wir hatten Glück, dass wir erstens in der Vorsaison dort waren und zweitens keine Touren während unseres Aufenthalts dort ankamen. Nach dem wir gebadet haben, ging es dann für uns wieder zurück zu unserem Mietwagen. Die Wanderstrecke mit leichten Sportschuhen ist ziemlich einfach zu meistern.

Voulisma – der Golf von Mirabello

Es ist noch recht früh, um zu unserer Unterkunft zu fahren. Wir begeben uns mit unserem Mietwagen hindurch von Agios Nikolaos in die Mirabello Bucht. Hier gibt es unzählige tolle Strände: Ammoudara, Almyros, Vathi und Voulisma. Wir entscheiden uns für Voulisma. Gegen 17 Uhr sind wir am Strand, das Beach Cafe räumt gerade auf und möchte Feierabend machen. Wir gehen die Treppen hinunter und schauen uns den Strand an. Zum Baden ist es spät geworden. Der Voulisma Strand ist gut organisiert. Man kann die Liegen nutzen oder sein Handtuch auf den weichen Sand legen. Vor Sonnenuntergang gibt es hier kein gutes Licht, weshalb wir keine schönen Bilder machen konnten. Eins bleibt sicher: Es war nicht das letzte Mal, dass wir dorthin gefahren sind.

Tag 6 – Rundreise 2019 auf Kreta

Ein letztes Mal wachen wir mit dem Ausblick zum Meer auf. Es ist wieder an der Zeit auszuchecken und uns auf den Weg zu machen! Nein, nicht weg von Kreta. Wir haben noch 4 Tage Urlaub vor uns. Unser nächster Ziel ist Heraklion. Wir wollen uns die Stadt anschauen und eine Kleinigkeit essen. Kurz bevor wir in der Stadt ankommen, entscheiden wir uns nach Knossos zu fahren. Wir waren schon unendliche Male in Knossos und wollen nur die Preise checken. Alles noch im grünen Bereich: 15 € p.P. ohne Führung (2019) ist für eine Touristenattraktion in Ordnung. Übrigens besitzt Knossos über eine große kostenfreie Parkanlage. Bevor man aber diese erreicht, versuchen Männer in gelben Westen, die Touristen abzufangen und in private Parkplätze zu locken.

Super-Tipp: Einfach weiterfahren bis man wirklich kurz vor dem Eingang ist. Da ist das Parken kostenfrei.

Heraklions Sehenswürdigkeiten

Die ganze Strecke wieder zurück, führt es uns in die Einkaufsmeile von Heraklion. Fast alle beliebten Marken, wie H&M, Bershka etc. sind hier vertreten. Mädls, ihr wisst bescheid, wenn es ums Shoppen geht oder vielleicht noch ein hübscher Bikini dazugekauft werden muss, ist das die beste Empfehlung. Wir schauen uns kurz noch den Agios Titos an und bewundern die wundervollen Gassen und netten Cafés. Eine wahrhaft schöne Stadt, doch wir vermissen die “Seele”, welche bei Rethymnon und Chania sehr prägsam ist.

Wir folgen dem Meer und landen unten an der Festung. Spontan entscheiden wir uns die Festung anzuschauen. Mit zwei Euro Eintritt zahlt man nicht nur einen fairen Preis und hat eine bessere Organisation als bei der Festung von Rethymno, welches ja nur eine große Verzweiflung ist. Und einen tolle Ausblick zum Hafen gibt es dort auch. Die Gesichte der Festung ist genauso interessant wie die Kanonenkugeln in der Festung. Ganz oben auf der Festung hat man das Gefühl weggeblasen zu werden, also vorsicht! Nachdem wir nach der Festungsbesichtigung uns auch satt gegessen haben, fahren wir auch schon weiter zu unserer nächsten Unterkunft.

Für die kommenden Tage sind wir die Gäste von Arcus Suites, einer wunderbaren Hotelanlage aus der venezianischen Zeit in der Präfektur Rethymno. Wir sind mitten im antiken Lappa, berühmt für seine Quellen und Sehenswürdigkeiten. Unsere Unterkunft hat leider keine eigenen Parkplätze, weshalb wir in der Dorfplateia bei der Kirche von Argyroupolis – der heutige Name von Lappa, parken. Zum ersten Mal werden wir in dieser Gegend unseren Urlaub verbringen. Der erste Eindruck zählt – hier ist es friedlich und wunderschön. Unser Gastgeber Herr Deligiannakis betreibt die Suites zusammen mit seiner Frau. Er empfängt uns herzlich und übergibt die Schlüssel, nachdem er uns zu unserer Suite geführt hat. Schnell noch die Jakuzzi erklärt, ziehen wir uns für einen gemütlichen Abend in unserer Suite zurück. Eine umfangreiche Beschreibung zu der Unterkunft, findest du hier.

Tag 7 – Rundreise 2019 auf Kreta

Wir haben verschlafen. Es klopft an unserer Tür. Oh, das müsste das Frühstück sein. Das ist nämlich bei den Arcus Suites im Preis inbegriffen. Ich öffne die Tür und traue meinen Augen nicht, ein perfekt gedeckter Gartentisch mit Aussicht auf die Berge und als Hintergrundmusik Vogelgezwitscher. Wir frühstücken in Pyjamas und machen uns erst anschließend für den Tag fertig. Obwohl man in einer Anlage ist, stört das hier gar nicht. Jedes Balkon ist so ausgerichtet, dass man seinen Nachbarn nicht sieht.

Dieser Tag unserer Rundreise auf Kreta beginnt ohne unseren Mietwagen. Es geht nämlich zu den Wasserfällen von Argyropolis. Davor werden wir uns noch das Dörfchen Argyropolis näher anschauen, denn schon alleine das Dorf selbst zieht viele Urlauber an. Unsere Tour beginnt sofort vor dem Eingang unserer Unterkunft.

“Alles in dieser Welt ist Rauch und Schatten”

Oder OMNIA MUNDI FUMUS ET UMBRA heißt es über dem bildlich schönen Torbogen. Es stammt aus der venezianischen Zeit auf Kreta. Die philosophische Inschrift bringt uns zum Nachdenken und wir diskutieren abends noch darüber.

Geschichte sind nur dann schön, wenn man der Reiseführer so wie unserer ist!

Wir gehen weiter und uns begrüßt ein älterer Einheimischer. Genauso zuvorkommend wie der Händler bei der Topolia Schlucht, fragt er uns, woher wir kommen. Er freut sich, als wir ihn erzählen, dass wir in Griechenland leben und macht uns eine Handbewegung. “Ελάτε! Kommt!” Wir folgen ihm zu den verschlossenen Türen der verlassenen Häuser. Er rempelt leicht die Türe an und erzählt gleichzeitig, wie das Dorf vor einigen Jahrzehnten aussah. Das Haus, welches er uns zeigt, war damals eine Mühle. Hier wurde das Mehl produziert und wurde an den Bäcker zwei Häuser nebenan weitergegeben. Wir machen Fotos und bedanken uns für die kleine Reiseführung. Wir gehen noch an weiteren Häusern vorbei und überlegen uns dazu Lebensgeschichten. Einige haben keine Türen und man sieht noch verrottete Möbelstücke, Öfen, Küchenzeilen und sogar Töpfe.

Unsere Tour in Argyropolis genießen wir in vollen Zügen. Ab und an prahlen neue Villen, aber oft sieht man auch alte venezianische Bauten, welche hauptsächlich als Touristenunterkünfte genutzt werden. Wir gehen vorbei an der Kapelle und stehen schon vor dem prachtvollen Mosaik des antiken Lappa. Es stammt aus der römischen Zeit (3. Jahrhundert n.Chr.) . Wir staunen über die Schönheit und erkennen einige Formen im Mosaik wieder.

Wir wandern die Treppen hinunter und begrüßen dabei ganz herzlich die Einheimischen.

In Dörfern wird auf das Grüßen noch viel Wert gelegt. Gerne sollte man auch gleich nach dem Befinden fragen, wenn man merkt, dass man sich einigermaßen verständigen kann.

Eine ältere Dame hält mich an und schmeichelt mir mit Komplimenten, dabei streichelt sie meine Hand und erzählt ihre Geschichte. Sie besitzt das Souvenirgeschäft, vor dem sie sitzt und möchte, dass ihre Enkeltochter es weiterführt. Wir fühlen uns gut aufgehoben und kaufen bei ihr Kleinigkeiten ein, die wir unseren Familien schenken können.

Die Quellen von Argyroupolis

Wir gehen durch das Eingangstor der alten Stadt und sehen uns den kleinen Avocadoladen, für welchen das Dorf eigentlich berühmt ist, an. Gleich davor befinden sich flache Treppen. Diesen Weg sollte man einschlagen, wenn man zu den Wasserfällen kommen möchte. Auf dem Weg treffen wir auf alte unbewohnte Häuser, renovierte Eigenheime und Ruinen. Überall im Dorf findet man alte Brunnen, die teils nicht mehr genutzt werden. Immer weiter nach unten, stoßen wir auf den kleinen Pfad, wo der asphaltierte Boden aufhört. Ein Sand-Kiesgestein führt uns durch bisschen Gebüsch. Feste Schuhe sollte man also aufjedenfall tragen.

In nur 10 Minuten sind wir unten angekommen. Wir hatten eigentlich um die 28 Grad Celsius, was uns unseren Rundgang oben im Dorf etwas erschwert hatte, aber unten kann man wirklich nicht klagen. Eine unentdeckte Ecke denken wir uns, doch als wir weiterwandern begegnen wir einer riesigen Hauptstraße und vielen Tavernen. Im Nachhinein wird uns erzählt, dass dieser Ort beliebt für Tagestouren von Reiseanbietern ist. Wir spazieren noch und sehen uns die kleinen Wasserfälle an. Schließlich setzen wir uns in die Taverne und bestellen einen Dakos und 4 Suvlakispieße. Καλή όρεξη! – Kali orexi!

Wir bleiben nicht lange, da wir noch hochwandern müssen bevor uns die Hitze erwischt. Innerhalb von 40 Minuten sind wir wieder in unserer Unterkunft. Wir duschen uns mit kaltem Wasser ab und springen in den leeren Pool. Nun folgt eine Auswertung unserer heutigen Entdeckungen. Wie tief uns Argyroupoli und die Einheimischen hier berühren!

Am Abend nehmen wir uns vor die Altstadt von Rethymnon unsicher zu machen. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir an und parken kostenlos direkt mit Aussicht zum Meer hinter der Altstadt. Das Schlendern in den Gassen von Rethymnon gefällt uns besonders gut. Wir entdecken noch immer in jeder Straße etwas Sehenswertes. Obwohl wir schon unzählige Male hier waren, verlieren wir uns immer wieder in den Gassen. Heute geht es aber auch zur Promenade. Schicke Restaurants, laute Bars! Nein, danke! Eine Zuckerwatte und eine Bank! Das nenne ich Urlaub.

Tag 8 – Rundreise auf Kreta 2019

Wir werden mit unserem hausgemachten Frühstück geweckt. Was für ein Luxus! Heute werden wir die Arcus Suites verlassen müssen, so sehr wir es auch nicht wollen. Unsere Rundreise auf Kreta geht nämlich weiter, diesmal zurück nach Chania. Davor frühstücken wir in Ruhe. Nachdem wir auch mental zu uns kommen, checken wir aus. Wir wollen uns bei Herrn Deligiannakis nochmals bedanken, doch war nicht da! Wir bedanken uns dafür bei seiner Frau und richten ihm schöne Grüße aus.

Koffer ins Auto – los geht’s!

Wir besuchen noch weitere Sehenswürdigkeiten um Lappa. Die Kapelle der 5 Jungfrauen und die Felsengräber. Wundervolle Open Air Museen würde ich sagen. Wer in dieser Ecke unterwegs ist, sollte sich beide Sehenswürdigkeiten ohne Zweifel besuchen. Auf dem Weg dahin sieht man immer wieder alte Stadtmauern und Ruinen vom antiken Lappa. Lauter Ziegen hüpfen unter den Olivenbäumen hin und her. Sie gehören sowas von in die Landschaft von Kreta, dass gar nicht mehr auffallen, wenn man die Natur bestaunt.

Unsere Rundreise auf Kreta wird in Chania enden. Deshalb steht noch etwas Weg vor uns. Wir fahren pünktlich zu Mittag los und parken anschließend in der Nähe der Altstadt. Erschöpft von der Fahrt holen wir uns einen Gyros und bummeln in der Stadt. Wir schauen uns Museen und ihre Preise an. Ich gehe noch in ein paar Boutiquen mit hübschen Sommerkleidern und kaufe für den restlichen Sommer auf dem Festland ein.

Anschließend treffen wir uns zur Schlüsselübergabe unserer letzen Unterkunft, der Chania City Apartments. Wir freuen uns extrem, die letzten Tage in der Stadt zu verbringen. Wir werden herzlich vor unserer Unterkunft erwartet und bekommen noch eine kleine Rundführung in der Ferienwohnung. Sobald wir die Haustür öffnen, bin ich von der hellen Einrichtung begeistert. Außerdem roch es auch noch nach neuen Möbeln! Uns war klar, dass wir die Chania City Apartments missen werden. Warum die Unterkunft ein Highlight ist, verraten wir euch hier.

Tag 9 – Rundreise auf Kreta 2019

Habe ich es richtig gehört? “Kaffee ist fertig!” Oder träume ich noch? Hä? Und die Musik, ah das ist ja mein Lieblingssong seit Anfang des Urlaubs! Langsam mit Angst den Traum abzubrechen, habe ich die Augen geöffnet. Oh, ich habe verschlafen. Mit einem schnellen Ruck treibt es mich aus den Federn und ich rieche den aromatischen Mokkakaffee aus der Küche! Was unsere Mahlzeiten und unseren Kaffee angeht sind wir wirklich pingelig. Keiner von uns schafft es ohne Kaffee getrunken zu haben rauszugehen, nichtmal zum Bäcker.

Für uns ist eigentlich der letzte Tag auf Kreta und deshalb haben wir vor einen Hotspot zu besuchen. Unser letzter Ausflug geht nach Seitan Limania. Im Nachhinein kann ich sagen, dass ein entspannter Strandtag sinnvoller gewesen wäre. Aber auch Experten machen eben Fehler!

Seitan – so wie der Teufel

Wir fahren von unserem Apartment los und sind ca. nur eine halbe Stunde unterwegs. Die Anfahrt ist unkompliziert und bis zur Kantine am Straßenrand ohne Probleme zu meistern. Ab der Kantine geht es einen super steilen Weg hinunter. Brenzlig wird es in den Kurven, wenn noch dazu ein Bagger am Straßenrand steht und Gegenverkehr hochgefahren kommt. Zum Ausweichen gibt es nicht wirklich viel Platz und von einer Planke kann man hier nur träumen. Der Weg ist zum Glück bis zum Parkplatz asphaltiert, weshalb wir überhaupt ins Tal fahren. Einige von euch denken jetzt sicher nach, wieso eigentlich steht denn da ein Bagger. Ja, die Frage haben wir uns auch gestellt bis wir unten ankamen.

Unten angekommen, steigen wir aus unserem Mietwagen. Am Parkplatz ist genügend Platz und an diesem Tag war es wirklich nicht überlaufen. Auch unten am Strand hätte man genug Platz für 2 Handtücher gehabt. Doch als ich die Tür öffne, verspüre ich einen komischen Druck. Links und rechts nichts, nicht mal eine kleine Hütte. Scheint als wurde dieses gewaltige Stück Erde vom Teufel selbst erschaffen zu sein. Weshalb ich mir auch den Namen dieser Bucht erklären könnte. Dennoch öffne ich mit der Hoffnung gleich am Strand baden zu können den Kofferraum! Als ich meinen Rucksack gesattelt habe, drehe ich mich in Richtung Bucht um und erlebe eine böse Überraschung.

Wer uns jetzt etwas länger auf Instagram folgt, kennt mit Sicherheit die Geschichte. Aufgepasst!

Wie im Thiller

Vor mir steht ein Mann, an seinen Armen und Beinen Blutflecken. Er hält ein blutiges Kleidungsstück an seinen Kopf. Als ich schockiert zu meinem Mann drehe, um ihn darauf aufmerksam zu machen, sehe ich sein wehleidiges Gesicht! Auf die Frage: Ob das jetzt passiert ist, gibt mein Mann keine Antwort mehr. Schnell schaue ich wieder in die Richtung des blutigen Mannes und bemerke seine Platzwunde am Kopf. Ich kann mich nicht weiter zurückhalten und frage nach, ob es ihm gut geht. Eine Dame, scheint so als wäre sie seine Frau, antwortet uns panisch: “Ja, ja! Jetzt ist alles gut!”. Mir reicht die Antwort nicht und ohne aufdringlich zu wirken, frage ich, ob sie vielleicht einen Notarzt brauchen und ich jemanden oben holen soll. Nach dieser Frage erzählen sie gemeinsam mit anderen Mitreisenden, was mit ihnen passiert ist.

“Wir hatten gerade so die Mitte geschafft. Ich meine, wir wollten uns nicht beeilen, weil dieser Hang schon genug gefährlich ist. Aber wir waren auch ziemlich erschöpft und haben gescherzt, ob wir uns doch nicht hinsetzen sollten, bevor wir Tod umfallen. Mit unserem Gelächter drehten wir uns um und sahen wie der Felsen sich vor uns löste. Er ist abgerutscht.”

Panisch und verwirrt haben sie uns die Lage so geschildert. Weiter wollte ich auch nicht mehr Fragen! Manno man! So harmlos sieht der Abstieg sowieso nicht aus! Windig war es zumal auch! Wer schon mal dort war, wird sich sicher an die Felsbrocken, die übereinander und ziemlich wackelig stehen, erinnern. Schon auf dem asphaltierten Weg nach unten, haben zwei Bagger den Schutt von der Straße geräumt.

Die Entscheidung – hinunterklettern oder doch lieber nur die Aussicht genießen?

Man muss schon sagen, dass ich ein recht tollpatschiger Mensch bin. Ich gucke nicht gerade, wohin ich trete und stolpere auch oft auf geteerten Straßen. Mein Mann ist schon vorsichtiger. Gerne würde ich nach unten klettern und versuche ihn zu überreden, aber ohne Erfolg. Schließlich meint er, dass er nicht gleichzeitig sich und mich schützen könnte. Ich respektiere seine Entscheidung, weil ich dabei auch kein gutes Gefühl habe! Leider gibt es auch weit und breit keinen einzigen Notfallwagen, worauf man sich verlassen könnte. Alles ganz easy, auf eigene Gefahr.

Also, ihr Lieben, falls ihr zum Strand von Seitan Limania runterklettern wollt, muss auf jeden Fall festes Schuhwerk mit. Dabei sollte man Snacks und Getränke auch nicht vergessen, denn am Strand gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten. Ansonsten betone ich es nochmal, das ist wirklich nichts für Angsthasen.

Von Chania’s Altstadt bekommt man nicht genug!

Wir fahren zurück in unser Apartment und ruhen uns bis zum Abendessen aus. Gegen 20:30 Uhr machen wir uns auf den Weg eine Mezedopolio zu finden. Wir schlendern dabei in den chaniotischen Gassen, doch mit leerem Magen sieht das alles doch etwas anders aus. Am Rande der Stadtmauer hören wir dann ein bekanntes griechisches Volkslied und folgen den Klängen.

Um weiterzulesen, müsst ihr kurz bei eurem Musikanbieter unter “Pente xronia dikasmenos” eingeben und das Lied als Hintergrundmusik spielen lassen.

Es ist eine bildhübsche Taverne mit Hof. Wir setzten uns sofort und bestellen uns eine Pikilia (gemischter Teller) an Mezedes und Raki. So kann der Urlaub enden.

Tag 10 – Rundreise auf Kreta

Am nächsten Tag verlassen wir recht früh unser Apartment und fahren zum Flughafen. Einerseits sind wir traurig, dass wir von der Insel weg müssen, auf der anderen freuen wir uns wieder auf unseren Alltag auf dem Festland. Wir waren knapp 10 Tage auf Kreta und haben unzählige Ecken erkundet. Viele von diesen, hatten selbst wir noch nie besucht. Ich hoffe, dass jeder Anregungen und Ausflugstipps in diesem Beitrag finden konnte. Auch im Jahr 2020 haben wir eine neue Route entdeckt, die wir euch bald hier zur Verfügung stellen werden.